logoblogg.de • Elektrische Zigarette 

Sonntag, 26.12.2004

Weihnachten folgen nicht alle....

...diesem hell leuchtenden Stern. Und da dem nicht so ist, muss ich schon vor Silvester wieder aktiv werden. Manche folgen nämlich anderen selten Naturphänomenen. So begab es sich in unserer beschaulichen Wohnstraße, dass in den letzten Tagen vermehrt seltsam gewandetet Menschen durch die Gegend streiften. Nicht etwa drei Könige, nein, überwiegend Rentner. Diese aber nicht in der für die Gegend durchaus üblichen dezenten Kleidung und in gebückter Haltung, sondern mit starr nach oben gerichtetet Blick und in Tarnkleidung. Ja, Tarnkleidung. In Farben die üblicherweise NATO-Bündnisspartner verwenden. Keine Reservistenübung. Trotz unterschiedlicher Bewaffnung. Lange, einer Panzerfaust nicht unähnliche Objekte geschultert. Bei einem friedlichen Nachmittagsspaziergang mit meiner Liebsten der erste Angriff. Eine Frau kreuzt unseren Weg. Leicht hüpfend, euphorisch geradezu. Aber über den schwarzen kniehohen Stiefeln und dem Kostüm auch einen Tarnmantel. Der Blick auch in die Höhe gerichtet, seltsam verklärt. Einige Meter später drei -nun aber wirklich- Rentner. Tarngewandet. Die Röhre auf einem großen Stativ ausgerichtet. Den Blick auch in die Höhe gerichtet, diesmal von Ferngläsern unterstützt, die sicherlich auch in einer "Operation Wüstensturm" beste Dienste leisten würden. Die Geliebte ist nun nicht mehr zu bremsen. "Darf ich Sie mal fragen was Sie da eigentlich beobachten ???" Ja, das darf Sie. Und glückliche, leicht verklärte Rentneraugen schauen sie freudig an. Einer der rüstigen Herren antwortet: "Den letzten habe ich 1966 gesehen !" Sein Begleiter: "Ich während des Studiums. Und wie Sie sehen können, ist das schon ein bißchen her." Die Begleiterin klatscht freudig in die Hände. "SEIDENSCHWÄNZE !!! Die kommen sonst höchstens bis Skandinavien. Und jetzt sind sie in Deutschland. Hier in Darmstadt. Ja haben Sie davon noch nichts gehört ? Alle ornithologischen Freunde sind da !" Wir sind erstaunt, hielten wir doch die Vogelschwärme für den gemeinen Star. Und jetzt sind es doch tatsächlich Seidenschwänze ! Nur wegen der großen Anzahl an Vogelbeerbäumen in unserer Straße. Ich dachte der Dreck auf meinen Auto wäre schlichter Star-Dung, dabei ist das kostbarste Ausscheidung von Seidenschwänzen ! Ein Blick durch die Röhre, die sich als Hochleistungsteleskop herausstellt, zeigt den ganzen Zauber: "Sehen Sie die gelben Streifen, den gelben Schwanz und die markante Federhaube ?" ruft die älter Dame. Wir bejahen. "Und sehen sie den roten Punkt auf der Seite ?" versichert sich der ältere Herr. "Das ist wie Sigellack, so rot ist das !!" Ja auch den roten Punkt sehen wir. "Das letzte Mal als ich den Silberschwanz sah, 1966, da waren es nur zwei. Hier sind ganze Schwärme" freut sich der Tarnanzug. Das unsere Straße einmal so in den Mittelpunkt der ornithologischen Gemeinde rückt hätten wir nie zu glauben gewagt. War bisher doch der Graureiher, der unser Goldfische zu rauben versucht, das einzige Highlight. Wir sind ein bißchen Stolz so schön zu wohnen und heißen alle Seidenschwänze willkommen. Wenn ihr aber weiter auf mein Auto scheißt kaufe ich beim Feinkost-Italiener um die Ecke original italienische Singvogel-Fang-Netze und heize die Pfanne an ! Nur damit das geklärt wäre.

Donnerstag, 09.12.2004

Du bist faul....

...hat die Geliebte neulich bzgl. meiner Blogg-Fortschritte geschimpft. Sie hat recht. Silvester mit lauter guten Vorsätzen steht vor der Tür.

Samstag, 23.10.2004

Auf Mitbringsel....

haben wir dann doch besser verzichtet.

Donnerstag, 21.10.2004

Hotels....

erlebe ich ja fast jede Woche. In der Regel aber als Business-Reisender, nicht auf einer solchen Familienfarm. Das Personal ist ausgesucht freundlich, engagiert und den Kindern zugewandt. Kein leichter Job. In den 4-5-Sterne-Business-Hotels erfahre ich sonst selten eine solche Freundlichkeit. Dabei ist der Business-Reisende an sich sicherlich pflegeleichter als Familien im Ausnahmezustand. Zusammengepferchte Eltern die sonst (sicherlich oft) kaum Zeit miteinander verbringen, losgelassene Kinder, angestachelt durch Animation und gleichaltrige Schlechterzogene und bereits erwähnte Unpässlichkeiten vieler jüngerer Gäste (Wischmoppeinsatz für das Personal). Vielleicht liegt es daran, dass der Deutsche an sich (hier: Business-Hotel-Mitarbeiter) nicht so sehr die Berufung zur Dienstleistung verspürt wie junge Ungarn (hier: Familienhotel-Mitarbeiter) ?

?Kamillentee?-Knappheit....

habe ich noch nie erlebt. Dafür mussten wir erst auf den Feldberg fahren. Seit vier Wochen grassiert hier ein kleiner aber unerschrockener Virus. Heimgesucht werden mit Vorliebe alle jungen Gäste des ?Familotels?. Auch wir haben gebannt, letztendlich aber ?erfolgreich?, auf den Ausbruch gewartet. Es scheint aber nur die Kleinste der Geliebten zu treffen. Wenn ich Virus wäre und draußen wäre Schnee, Regen oder Nebel....ich würde auch im Hotel bleiben und den täglich nachrückenden Mägen-und-Därmen meine ?Kultur? übergeben.
Im kleinen Hotel-Supermarkt sind Zwieback und Salzstangen ausverkauft. Am Frühstücksbuffet sind die Kamillentee-Beutel weggeklaut.

Sonntag, 17.10.2004

Herbstferien.....

auf dem Feldberg. Nicht zu fassen. Vor drei Wochen noch im Meer geschwommen und nackt am Strand gelegen. Wie gesagt nur 1,5 Flugstunden von FFM.

Freitag, 15.10.2004

Über Mathematik....

...rede ich nun wirklich nicht gerne. Aber die Kleinste (7) der Geliebten hat einen Test geschrieben. Sie weiß nicht ob sie ein gutes Gefühl hat. Ich sage ihr, dass es nicht schlimm ist, wenn da mal Fehler drin sind. Sie sagt: "Das stimmt, ein paar Fehler sind nicht schlimm. Hauptsache man kann rechnen."

Dienstag, 12.10.2004

Hightech-Design-Tempel....

wie das fünf Sterne SIDE-Hotel in Hamburg können offensichtlich auch nicht auf ganz alte Gewerbe verzichten. So kann z.B. das letzte Getränk an der Bar sehr teuer werden, geht man zumindest auf das Werben der jungen Dame ein, die mich vertraulich anspricht. Mangels Interesse meinerseits und aufgrund fehlender weiterer potenzieller Gäste bzw. Kurzfristbekanntschaften, ist zumindest ein kostenfreier Plausch für uns beide drin. Und wieder lerne ich etwas über freie Marktwirtschaft. Zum einen gibt sie sich besonders Mühe, sie ist ja schließlich schon 28. Die Konkurrenz ist 18 oder 19. Zum anderen lerne ich, dass klassische Familienkarrieren in Macedonien doch anders aussehen als in Deutschland. So ist die Mutter zwar Ärztin, verdient aber nur 100 EUR im Monat. Die ebenfalls akademische gebildeten Geschwister haben gar keine Arbeit. So hat die junge Geschäftsfrau beschlossen, ihr abgeschlossenes Studium der internationalen Ökonomie besser gleich praktisch im europäischen Ausland anzuwenden. Hier gibt es auch etwa 100 EUR, allerdings für 30 Minuten. Davon lebt die ganze Familie in Macedonien recht gut.

Sonntag, 10.10.2004

Meine Flugphobie......

habe ich ja schon kurz erwähnt. Nun habe ich mich heute mal wieder auf den Weg zu den Hanseaten gemacht. Wegen gereiztem Autofahr-Nerven-Kostüm und aufgrund akutem Zeitmangel diesmal mit dem mir so ungeliebten Verkehrsmittel. Blauer Himmel, wolkenlos. Leider sieht man Wind nicht vorher. Wenn man so hinten in der Röhre sitzt und dieses Metall-Plastikteil verwindet sich bei jeder Seitwärtsbewegung, staunt man doch über europäische Airbus-Ingenieure. Die Schnauze überholt den Mittelteil von links nach rechts bei den etwas ruppigen Flugbewegungen. Genau meine Welt. Unter mir nix, ich fühle mich wie die Blase in einer Wasserwaage.
Heute aber noch ein besonderer Aspekt: Warum haben sich die beiden jungen arabischen Herren die hinter mir sitzen vor dem Abflug am Gate gegenseitig gefilmt und haben aufgeregt jeweils in die Videokamera gesprochen ? Warum hören sie im Flugzeug in der Wartezeit am Boden eine Kassette auf einem mitgebrachten kleinen Player mit offenbar islamischen Predigten ? Sind die beiden nicht in bestem hamburgischen Studentenalter ? Warum rezitieren sie beide während des Starts laut und vernehmlich arabische Verse ?
Wahrscheinlich nur weil sie auch eine solche Flugphobie haben wie ich. Gott oder Allah., oder wem auch immer, sei Dank. Was wäre die Welt so einfach ohne Misstrauen.

Donnerstag, 07.10.2004

Wenn einer eine Reise tut....

...dann erlebt er was. Oder so ähnlich. Hat meine Oma immer gesagt. Nun reise ich ja praktisch permanent. Also erlebe ich auch dauernd was. Ist ja schön, manchmal aber auch anstrengend. Diesmal habe ich wieder ?gestresst von meiner 1.700 Auto-km in zwei Tagen Norddeutschland-Reise in der letzten Woche - der Deutschen Bundesbahn meine geschätzte Anwesenheit zuteil kommen lassen. Schade, dass die Freude erfahrungsgemäß nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Lyssa findet hierfür ja auch nette Worte. Diesmal aber alles im grünen Bereich. Sogar pünktlich. Darmstadt => Prien / Chiemsee. Hinfahrt sogar ohne Umsteigen. Die Rückfahrt jetzt gerade ist aber wieder ein Geduldsspiel. Hätte ich aber vorher wissen können. Eine Stunde Aufenthalt im Stuttgarter Hauptbahnhof macht nun wirklich keinen Spaß. Insbesondere nicht, wenn andere Reisende vorher ihren Spaß hatten. Auf einem berühmten Stuttgarter Volksfest, sozusagend der Wiesn für Arme. Schreibt sich dann ?Wasn?. Die ganze Halle voll leicht bis schwer angeheiterter Freunde des Hopfens.
Jetzt fahre ich aber wieder und irgendwann um Mitternacht bin ich dann vielleicht auch zuhause. Ich fahre in einer ICE-Sparversion. Besteht aus immerhin zwei Waggons. Einmal erste, einmal zweite Klasse. Personal und Gäste dürften sich die Waage halten. So gesehen ist das hier eine Luxus-Kreuzfahrt. Kommt aus Zürich, fährt nach Frankfurt. Herr Mehdorn sollte entweder in der Schweiz Werbung machen oder die Strecke einstellen. So kann sich der Laden ja nicht rechnen. Meinen Sitz-Nachbarn haben Sie gerade auch noch aus der 1. Klasse geschmissen. Er fand es hier schöner, hat aber nur ein 2. Klasse Ticket. Sah eigentlich aus wie ein Finanzbeamter. Aber die sind ja korrekt.
Jetzt werde ich sogar nach einem Getränkewunsch gefragt. Dieses mal eine glatte ?1? für das DB-Personal. Die haben es ja wirklich auch nicht einfach. Man steigt ja schließlich schon vorgespannt ein. Morgen aber trotzdem wieder mit dem Auto. Irgendwie fühle ich mich da wohler. Ich darf bei meiner Musik mitsingen, laut telefonieren (Was der Zugreisende an sich peinlicherweise ja auch irgendwie gerne tut, ich definitiv nicht.) und kann anhalten wann ich es will. Fühle mich in solch öffentlichen Verkehrsmittelröhren immer so ausgeliefert. Zu meiner Flugzeugphobie aber an anderer Stelle sicher einmal mehr. Vielleicht am Sonntag Abend. Wenn ich dann einen Lufthansa-Trip nach Hamburg überstanden habe. Diesmal aber nur unter diesem Gesichtspunkt als ein ?Highflyer? (siehe unten). Meine Lieblingshotels sind alle wieder frei.